28

Feb

2015

Holzfaserplatten an der Bürodecke


7℃, sonnig


Was mit einer Holzfaserplatte klappt, das funktioniert auch mit weiteren. Getreu diesem Motto ging es heute darum, die Decke im Büro zu verkleiden – doch dazu musste erst einmal ermittelt werden, wie die Platten mit geringstem Verschnitt montiert werden. Die verleimten Holzfaserplatten haben die Maße 135⨉60cm und die Abstände zwischen den Balken variieren zwischen 48 bis 26cm. Obwohl die schmaleren Bahnen durchaus mit einer längs geteilten Platte gefüllt werden können, stellte sich der Querschnitt zuerst als sinvoller heraus. Aus einer Platte konnten somit drei Segmente angefertigt werden und es blieb ein nur wenige Zentimeter schmaler Streifen übrig.

Zugeschnittene Holzfaserplatten mitsamt Dämmstoffteller

Holzfaserplatten selbst verleimt

Nachdem einige Holzfaserplatten festgeschraubt wurden, kehrte etwas Routine in die Arbeit. Ich konnte also dazu übergehen, die Platten vorzusägen und einen ganzen Haufen Dämmstoffteller vorzubereiten. Dazu steckten Ronja und ich die 6⨉80 Holzschrauben durch die Dämmstoffteller und anschließend wurde noch die Abdeckkappe abgebrochen, weil ich die nicht verwende. Warum, weiß ich nicht wirklich; sie gefällt mir nicht, erscheint mir zu glatt und ist aufwändig beim Verschließen.

Holzfaserplatten werden mit der Handkreißäge getrennt

Vier Holzfaserplatten zwischen den Fachwerk Deckenbalken

Holzfaserplatten an der Decke

Würde die Holzfaserplatten an der Decke festgeschraubt, dann gäbe es keine Gelegenheit mehr die angrenzenden Seiten (Schilfrohrmatten bzw. vorhergehende Holzfaserdämmplatte) ordentlich mit Lehm zu verputzen bzw. die Lücken zu füllen. Daher begann jeder Abschnitt damit, die Schilfrohrmatten mit Lehm einzuschlemmen und keilförmig anzuputzen. Mit "Einschlemmen" meine ich das Einarbeiten des Lehmputzes in die Matten, damit die Zwischenräume verfüllt werden.

Lehmputz am Schilfrohr

Bei genauerer Betrachtung sieht man, dass der Lehmputz runderhum keilförmig angebracht wird. Der Grund dafür ist, dass es mit zunehmender Tiefe immer schwieriger wird, den Lehm einzudrücken. Im Idealfall würde man die Kanten gleich in einer solchen Stärke anputzen, dass die Platte nahtlos hineinpasst, doch das ist vollkommen utopisch. Der hier genannte Kompromiss hat bislang gut funktioniert und ist mit der Realität konform.

Lehmputz schräg auf die Holzfaserplatte aufgetragen

Der Lehmputz ist schräg aufgetragen

Als nächstes wird auf die Rückseite der Holzfaserdämmplatte mit einer Zahnkelle der Lehmputz aufgetragen. Dieser sollte etwas weicher sein, damit der Lehm sich beim Festschrauben verteilt und die Platte gleichmäßig festklebt. Ob das an der Decke wichtig ist, sei mal dahingestellt aber ich habe es von der Dämmung der Außenwände noch so in Erinnerung also bleibe ich dabei ☺.

Holzfaserplatte mit Lehmputz

Akkuschrauber und Dämmstoffteller sind griffbereit

Wenn die Holzfaserplatte nun mit der lehmigen Rückseite an die Decke gedrückt wird, sollte ein Dämmstoffteller mitsamt Akkuschrauber zur Hand sein. Eigentlich hält die Platte auch so, doch ein Mal hatte ich nicht ordentlich festgedrückt und mir kam das recht schwere Gebilde entgegen; eine Wiederholung wollte ich tunlichst vermeiden.

Frisch angeschraubte Holzfaserplatte

Aus Gewohnheit und weil somit eine gleichmäßige Anpresskraft erreicht wird, verschraube ich selbst die kleinen Platten mit fünf Dämmstofftellern. Dabei quillt an der Seite der feuchte Lehm heraus – genau wie es sein sollte!

Der feuchte Lehm quillt unter der Holzfaserplatte hervor

Lücken verputzen

Da nun seitlich der Holzfaserplatte eine Lücke klafft, geht es im nächsten Schritt darum, diese zu verputzen. Mir gefällt es, bei der Arbeit etwas Abwechslung zu haben und gleichzeitig einen Abschnitt "abhaken" zu können, daher verspachtel' ich die Hohlräume gleich nachdem eine Platte angeschraubt wurde. Zuerst habe ich das ausgelassen und dann feststellen müssen, dass es sehr ermüdend ist (auch auf die Handgelenke), drei Platten in einem Durchgang verfüllen zu müssen.

Eine Lücke neben der Holzfaserplatte und dem Schilfrohr

Bei genauerer Betrachtung des unteren Fotos ist zu erkennen, dass der keilförmig angebrachte Lehm uns nun entgegen kommt, da weniger Raum zu verfüllen ist.

Die Lücke zwischen Holzfaser und Deckenbalken

Zuerst habe ich mit einer Sammlung an Fugenkellen (6 bis 12mm) hantiert, um die unterschiedlich starken Fugen zu verfüllen. Nach einer Weile wurde klar, dass es zu viel Aufwand für eine so simple Aufgabe war. Wenn ich mit der Maurerkelle einen schmalen Streifen Lehmputz von der Glättekelle (die ich benutze um einen Vorrat an Lehm dabei zu haben) "abtrennte", dann war es mir möglich, diesen Lehmkeil in den Spalt zu drücken. Nach zweimaliger Wiederholung war die Lücke so verstopft, dass der Lehm seitlich emporquoll.

Der Lehmputz wird mit der Kelle eingedrückt

Der eingedrückte Lehmputz

Die Holzfaserplatten sind Lückenlos verputzt

Zwei Bahnen verkleidet

Da Annika und ich nebenbei noch etwas Holz zersägt haben, um der anhaltend kühlen Jahreszeit die Stirn bieten zu können, gelang es mir lediglich zwei der vier Deckenbahnen mit Holzfaserplatten zu verkleiden. Allerdings sind bereits alle Platten für die dritte Bahn zugeschnitten und auch Lehm und Dämmstoffteller liegen noch parat, sodass es morgen bestimmt weitergehen kann.

Eine und eine halbe Deckenbahn mit Holzfaserplatten verkleidet

Das Ergebnis stellt mich durchaus zufrieden. Es gibt noch Lücken und einige Problemzonen an den Deckenbalken, welche es zu lösen gilt, doch da bereits die riesigen Untiefen an dem nach oben verschwindenden Deckenbalken so gut wie gelöst sind, sehe ich sich bei den restlichen Herausforderungen auch kein Dilemma anbahnen.

An der Zimmerdecke schließen sich die Löcher

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