24

Jan

2015

Fräsarbeiten am Frästisch


1℃, es schneit!


An seinem eigenen Geburtstag darf man bekanntermaßen tun was man möchte; während die Familie also drinnen anderen Dingen fröhnte (oder den Mittagsschlaf machte), bekam ich Auszeit gegönnt, um etwas zu machen, bei dem ich gut entspannen kann: Arbeiten am Haus.

Ich entschied mich, etwas an dem Frästisch zu arbeiten – der ja mittlerweile an Wichtigkeit gewonnen hat weil ich ohne diesen nicht an der Konstruktion unseres Betts weiter werkeln kann – für den zwischenzeitlich eine entsprechende Alu-Führungsschiene angekommen war.

Also legte ich die günstige Kiefernholzplatte, welche ich im vergangenen Jahr aus dem Baumarkt mitgeschleppt hatte, auf die Standböcke und positionierte die Aluminium-Grundplatte zur Montage der Oberfräse, sowie die zwei Alu-Schienen. Bei der Alu-Führungsschiene handelt es sich im Prinzip um ein halbes Alu-Profilstück mit nur einer Führung (anstatt der sonst üblichen 4). Dieses einen-Meter-lange Stück habe ich in zwei gleiche Teile zerschnitten, um diese seitlich der Grundplatte zu montieren.

Kiefernholzplatte als Grundplatte für die Tischfräse

Es dauerte eine Weile, bis ich die richtige Position ermittelt hatte, da ich mich nicht mit mir selbst einigen konnte, ob es mittig sein sollte oder nicht. Ich entschied mich für eine dedizierte Frästisch-Konstruktion anstatt dem Bedürfnis nach einer General-Purpose-Workbench nachzugeben, an der ich sonst noch andere Gerätschaften hätte montieren wollen.

Aluminium Grundplatte und Führungßchienen wurden positioniert

Umrisse anreißen

Nachdem ich überzogen penibelst die Position der Einzelteile ausgelotet hatte und mir sicher war, dass ich alles genau so haben wollte wie es da lag, ging es darum die Umrisse auf das Holz zu übertragen. Doch wozu überhaupt der ganze Aufriss?

Meine Idee war es, sowohl die Aluplatte, als auch die Führungsschienen in die Holzplatte einzulassen, damit die Oberfläche der Tischplatte weiterhin als solche zu benutzen ist und Frässtücke problemlos über die Gerätschaft hinweggeschoben werden können. Dazu müssen die Alustücke aber auch möglichst präzise versenkt werden.

Aluminium Grundplatte festgeschraubt

Um mir beim Anzeichnen zu helfen, entschied ich, die Alu-Grundplatte provisorisch an der Tischplatte festzuschrauben. Damit war mir in zweierlei Hinsicht geholfen: Die Grundplatte konnte nicht mehr verrutschen und die Führungsschienen ebenso wenig, sofern ich diese gegen die erhobene Grundplatte drückte.

Anschließend konnte ich mit dem Reißstift alle Kanten der Grundplatte, sowie Führungsschienen nachzeichnen um einen Anhaltspunkt für die Fräsarbeiten zu haben.

Die gewünschte Lage der Führungßchienen wird angeritzt

Den feinen Schnittlinien wird die Oberfräse folgen

Der erste Schnitt (is the deepest ♬ ♪ ♫ ♫)

Um der Oberfräse eine gleichmäßige Anlegekante zur Führung zu geben, entschied ich mich dafür, ein Reststück Mahagoni zu verwenden, welches noch von unserem Mahagoni-Schnäppchen aus 2013 übrig war. Vorsichtshalber hobelte ich die Schnittkante ab, um eine wirklich gleichmäßige Kante zu bekommen. Das Hartholz wurde dann mittels zweier Schraubzwingen fixiert und erlaubte mir so eine ruckelfreie führung der Oberfräse.

Ein Mahagoni Reststück wurde gehobelt und dient als präsize Anlegekante

Der Schnitt mit der Oberfräse sitzt mittig

Nach einem ersten, zaghaften Fräsversuch um die Mittigkeit des Aufbaus sicherzustellen, zog ich den Schnitt bis zum Ende durch.

Der erste Schnitt mit der Oberfräse

Lustigerweise haben wir es auch hier mit runden Kanten zu tun.

Das Ende des Fräskanals ist rund

Da ich den Schnitt bereits an einem anderen Stück Holz geprobt hatte, wusste ich, dass die Führungsschiene nicht nach dem ersten Schnitt passen würde, da der Fräser zu schmal ist. Daher musste die Anlegekante für den zweiten Schnitt um einen halben Millimeter verschoben werden.

Die Anlegekante wird verschoben um den Kanal zu erweitern

Natürlich war ich beim ersten Verschieben etwas zu knauserig und so musste ich die Anlegekante insgesamt um ¾mm verschieben, bis die Führungsschiene endlich in den gefrästen Schlitz hinenpasste.

Nach dem zweiten Schnitt paßt die Aluschiene

Die Führungßchiene liegt ganz knapp unterhalb der Holzplattenoberfläche

Die Tiefe hatte ich glücklicherweise ganz gut getroffen (ich habe nach den Probeschnitten die Oberfräse auch nicht mehr verstellt) und so verschwand die Führungsschiene ganz leicht unter der Holzoberkante. Insgesamt zufriedenstellend für eine so simple Konstruktion. Die Aluschiene guckte allerdings hinten noch heraus, da die rechtwinklige Vorderseite der Schiene nicht in die Rundung im Holz passte. Dazu später mehr.

Die Führungßchiene steht etwas über

Kaum war die erste Schiene versenkt, so machte ich mich an die zweite und schon bald waren beide in der Arbeitsplatte versenkt. Jetzt fehlte nur noch die Alu-Grundplatte zur Montage der Oberfräse.

Nach dem zweiten Kanal liegen beide Führungßchienen in der Holzplatte

Die Alu-Grundplatte versenken

Um es vorweg zu nehmen: Hier habe ich einen Fehler gemacht, einfach weil ich nicht darüber nachgedacht habe, was passiert, wenn man an dem Ast sägt, auf dem man sitzt. Ich spüre hier ein sich wiederholendes Muster in meinem Leben.

Zumindest anfangs lief alles noch nach Plan. Die seitlichen Kanten wurden ja bereits durch die deutlich tieferen Kanäle für die Führungsschienen definiert, also mussten lediglich die hinteren und vorderen Kanten in die Holzplatte eingefräst werden um das zu entfernende Holzstück freizustellen.

Mit Hilfe der Anlegekante wurden die oberen und unteren Vertiefungen definiert

Alu Grundplatte auf Holzplatte mit Einlegevertiefungen

Als das einmal gemacht war, da verließ mich der gesunde Menschenverstand und obwohl ich zwischendurch versuchte, einen sinnvollen Weg für das Abfräsen der Holzoberfläche zu fassen, gelang mir dies nicht. Das Ergebnis war, dass ich der Oberfräse mit der Zeit die Auflagefläche unterm Hintern wegfräste und diese begann zu kippeln. Es wurde zunehmendst schwerer die Oberfräse auf der richtigen Tiefe zu halten.

Die Fläche wurde falsch ausgefräst

Mein Notfallplan bestand nun darin, mich auf die Ränder zu konzentrieren, da ich das mittlere Holzstück sowieso würde ausschneiden müssen.

Schneckenmuster vom Fräser im Holz

The final cut

Langsam regte sich die Familie wieder im Haus und erste Rückfragen zu meinem Verbleib wurden laut; ich musste mich also beeilen einen guten Abschluss zu finden, indem ich den Ausschnitt für die Oberfräse machte.

Leider fehlt mir für genau diese Art der Arbeit noch das richtige Werkzeug: Eine Tauchsäge. Stattdessen musste ich mir mit der kleinen Handkreissäge, sowie einer Stichsäge behelfen und mehr schlecht als recht das mittlere Viereck aus der Tischplatte entfernen. Dabei blieben umlaufend 2cm Auflagefläche für die Alu-Grundplatte; gerade genug, um Platz für die unterseitige Montage der Oberfräse zu lassen.

Alle Fräsungen und Außchnitte sind fertig

Auch die Führungsschienen mussten noch am Schleifbock abgerundet werden, damit diese besser in die Rundungen des gefrästen Kanals passten.

Runde Ecken auch beim Frästisch

Der Außchnitt ist mäßig gelungen die Führungßchienen wurden abgerundet

So war das Einlassen der Alu-Bauteile insgesamt durchaus gelungen, denn alles lag plan auf und saß fest. Kein Wackeln, kein verschieben und trotzdem fehlen noch die passenden Schrauben, denn was nützt eine Führungsschiene die sich selbstständig verschiebt?

Alle Aluminiumteile sind nun in die Holzarbeitsplatte eingelaßen

Die Montage der Oberfräse würde von unterhalb der Tischplatte vorgenommen werden aber das ist ein anderes Thema für einen anderen Tag. Mir hat dieser so oder so Spaß gemacht.

An der Unterseite wird die Oberfräse montiert

Die Alu Grundplatte liegt im Holz

  1. Kommentare
    1. Rayk · 16.03.2015 · 21:00

      Unsere Rundungen haben einen Durchmesser von etwa 20cm.. 1. an der Wand auslaufen lassen: momentan habe ich das auch so, aber man sieht den Randabschluss des Laminats an der Wand.(nicht wirklich ansehnlich. 2. geradeaus laufen lassen: ein bisschen zu viel Dreieck für meinen Geschmack.. ich schau mal was du weiter so fabrizierst... ;)

    2. Ole Der Bauherr :-) · 14.03.2015 · 21:36

      Seid ihr sicher, dass ihr die Fußleisten hier herumführen müsst? Ich habe mir darum noch keine Gedanken gemacht aber prinzipiell könnte man die Fußleisten ja an der geraden Wand auslaufen lassen und die Laibung Laibung sein lassen? Eine weitere Alternative ist es die Rundung zu ignorieren und die Fußleisten im rechten Winkel anzubringen. Die entstehende Lücke könnte man vielleicht mit etwas auffüllen und als Eye-Catcher verwenden. Wie immer gilt: wenn man es nicht "verstecken" kann, dann sollte man es auffällig gestalten :-) . Gib mal Bescheid, wenn ihr eine Lösung gefunden hat - mich würde das auch interessieren. Grüße!

    3. Rayk · 14.03.2015 · 10:24

      Hallo, heute hatte ich mal wieder Zeit mich um deinen Blog zu "kümmern". Ich habe auch ein Problem mit den Fußleisten. Wir haben auch rundes Fensterleibungen und an den Terrassentüren stellt sich die Frage wie man eine "Hamburger Leiste" um diese herum führt. Ein Kostenvoranschlag ergab 100€ pro Fräsung. Ein eher unakzeptabler Preis... nun bin ich auf der Suche nach Alternativen! Gruß

    4. Ole Der Bauherr :-) · 04.03.2015 · 06:49

      Hallo Rayk, ich möchte damit die Verbindung zwischen den Bettfosten und den Seitenteilen herstellen. Grob habe ich das hier bereits versucht: http://www.lehmlawine.de/weblog/diary/20150103_201500_000/Vom-Bau-eines-Bettes-zum-Fraestisch Das führen der Oberfräse ist aber ziemlich schwierig auf einer so schmalen Oberfläche, daher ist es sinnvoll die Oberfräse zu befestigen und dann das Holzstück über den Fräskopf zu schieben. Später sollen mit dem Tisch noch Fußleisten hergestellt werden. Grüße!

    5. Rayk · 02.03.2015 · 18:14

      Was möchtest du damit eigentlich fräsen?

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