14

Apr

2014

Die Lehmdecke fällt uns auf den Kopf


10℃


Wenn man abends im Bett liegt und plötzlich poltert es im unbewohnten Obergeschoss, als wäre gerade jemand leblos umgefallen, da kann es schon beunruhigen. Annika starrte mich mit weit aufgerissen Augen an und meinte irgendwer oder irgendwas würde oben herumschleichen – oder eher poltern.

Nachdem wir uns von dem ersten Schock, so unsanft aus dem Schlummer gerissen zu werden, erholt hatten setzte auch bald wieder das rationale Denken ein. Es gab nur eine mögliche Erklärung: Die frisch verputzte Lehmdecke hatte dem anhaltenden Bitten der unermüdlichen Schwerkraft nachgegeben und war ihr bis zum Boden gefolgt.

Die rastlosen Bauherren

Das Thema konnte nicht bis zum nächsten Tag ruhen, also wurde die Lucke ins Obergeschoss aufgemacht und schnurstraks das zukünftige Schlafzimmer aufgesucht. Dort lag, wie eine zusammengefaltete Decke, die noch feuchte, ca. 5mm starke Lehmschicht auf dem Boden, während an der Decke nur noch Fetzen der Lehmschicht zu sehen waren.

Offensichtlich bot die darunterliegende Schicht nicht genug mechanischen Halt für die frische Lehmschicht und hatte sich deshalb getrennt. Ich würde also die Oberfläche beim nächsten Arbeitsgang aufrauhen, ordentlich durchnässen und es dann erneut veruchen. Morgen. Für heute sollte es reichen die Lehmreste grob von der Decke zu kratzen und dann wieder schlafen zu gehen.

Am nächsten Tag standen ohnehin diverse Lehmarbeit an den Decken im Obergeschoss an, also konnte ich gleich die Stelle an der sich das ehemalige Mäusehotel befand mit einer frischen Schicht Lehmputz versehen.

Wie bereits angedeutet, wurde die darunterliegende Lehmschicht mit der Zahnkelle aufgeraut, von Staub und losen Putzresten befreit und anschließend ordentlich angefeuchtet, bevor die frische Lehmschicht unter kräftigem Druck aufgetragen wurde. Kein Zweifel, das würde halten!

Die anderen Lehmdecken

Abgesehen von diesem Intermezzo, standen noch weitere Flickarbeiten auf dem Plan. So wurden im hinteren Flurbereich einige Streifen Putzgewebe unter einer frischen Schicht Lehmoberputz begraben um so eine schöne Fläche zu ergeben. Hier stehen noch die abschließenden Reibearbeiten mit dem Schwammbrett aus, doch das folgt demnächst.

Der Gloria Pumpsprüher gibt auf

Wirklich überrascht hat mich das erneute schwächeln des Gloria Pumpsprühers im Laufe der Arbeiten. Schnell war die Pumpe zerlegt und eine vollkommen zerfetzte Dichtung kam zutage. Der Grund war dann auch schnell ausgemacht: Ich hatte vergessen die stark aufgeraute Innenfläche des Pumpzylinders mit schmierfett einzureiben.

So hatte sich die frische Gummidichtung an der bereits in Mitleidenschaft gezogenen Innenseite des Zylinders aufgerieben. Glücklicherweise befinden sich in einer Packung immer zwei Dichtungsgummis, also fettete ich die Innenseite des Pumpyzlinders ordentlich (und die neue Dichtung ebenfalls), bevor die Pumpe wieder zusammengesetzt wurde.

Jetzt ließ sich der Gloria Pumpsprüher auch viel besser bedienen. Das mir das vorher nicht eingefallen war, erstaunt mich ;-) .

  1. Kommentare

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