12

Jan

2014

Lehmdecke ausgebessert und glatt gerieben


5℃


Gestern schaffte ich es zwei der insgesamt vier Deckenbahnen zu verputzen und heute folgten die letzten zwei, während die ersten beiden Bahnen mit dem Schwammbrett eine Abreibung erhielten.

Die Lehmdecken harmonieren gut mit den Holzbalken

Das Schwammbrett und der Lehmputz

Als ich in 2012 den Kalkputz im Erdgeschoss auftrug, da verwendete ich das (recht raue) Schwammbrett mit dem orangenen Schwamm. Da wir uns für den Deckenputz schon die Mühe gemacht hatten, den Lehm mit einem Küchensieb zu "verfeinern", entschied ich mich auch für das feinere Schwammbrett mit dem gelben bzw. naturfarbenen Schwamm.

Das Schwammbrett mit dem der Lehmputz abgerieben wird

Da Lehmputz, anders als Kalk- oder gar Zementputz jederzeit aufgeweicht und nachbearbeitet werden kann, ist der Zeitpunkt der Abreib-Arbeiten nicht relevant – er sollte nur nicht frisch sein, weil sonst zu viel Putz abgetragen werden würde.

Zuerst habe ich die Fläche mit dem Pumpsprüher angefeuchtet und dann mit dem nassen aber ausgedrücktem Schwammbrett (ich "ziehe" es an der Kante des Eimers ab und quetsche dabei das Wasser aus) unter leichtem aber gleichflächigen Druck abgerieben. Es ist wichtig, dass der Druck dabei gleichmäßig erfolgt und nicht zu stark mit einer der Kanten Druck ausgeübt wird, weil Lehm sich recht schnell verformt wenn dieser feucht ist.

Lehmdecke neu verputzt und abgerieben mit Putzgaze

Wenn man einmal den Rhythmus und Druck mit dem der Lehm abgerieben werden kann heraus hat, dann wird diese mühselige Arbeit mit gleichmäßigen Flächen belohnt. Auf dem oberen Foto sind an den Kanten (vor allem rechts) und mittig an der Decke Vertiefungen zu erkennen. Mit etwas Fingerspitzengefühl und dem richtigen Anpressdruck kann dort feuchter Lehm aufgetragen werden und nach einer Anzieh-/Trockenzeit dann mit dem Schwammbrett so eingerieben werden, dass keine Übergänge zu erkennen sind. Das erfordert etwas Übung, ist aber dank der Barmherzigkeit des Baustoffs Lehm hier am einfachsten zu üben :-)

Struktur vom Lehmputz an der Decke

Auf dem nächsten Foto ist auf der rechten oberen Seite erkennbar, dass ich dort bereits einen "Lehmflicken" aufgebracht habe. Er trägt leider etwas stark auf und das geht definitiv besser; lässt sich aber trotzdem gut verreiben.

Lehmdecke mit Schwammbrett abgerieben und leicht ausgebeßert

Die verbleibenden Deckenbahnen sind jetzt, bis auf fehlendes Lehmmauerwerk am Schornstein, mit Putzgewebe und Lehmputz verkleidet. Am Schornstein begegnete mir eine von diesen kleinen unscheinbaren Ecken, an denen die Arbeit einfach liegen geblieben ist, da es wichtigeres zu tun gab. Hätte ich mir doch irgendwann einfach die Zeit genommen…

Neben dem Schornstein muß die Decke noch zugemaürt werden

  1. Kommentare

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