16

Nov

2013

Lehmputz für den Winter


16.11.2013, 3°C


Nachdem sich das Verfeinern des Wurfsiebs als echte Produktionshilfe entpuppt hat, gab es nur noch eine Schwachstelle an dem Konzept um feines Lehmpulver zu erzeugen: Das verwendete Putzgewebe hielt dem andauernden Lehmregen nicht statt und musste mehrmals am Tag durch eine neue Bahn ersetzt werden. Da auch das Putzgewebe nicht kostenlos daherkommt und noch einige Kubikmeter im Lehmzimmer warten, lag es auf der Hand das Glasfasergewebe durch ein Drahtgitter zu ersetzen.

Das neü Drahtgitter

Nach etwas Recherche stolperte ich über einen Anbieter von verzinktem Drahtgitter mit einer Maschenweite von 6×6mm, der versprach schnell die Ware zu versenden (übrigens habe ich vorher die lokalen Baumärkte abgeklappert ohne fündig zu werden). Die Putzgaze hat eine Maschenweite von 5×5mm, daher verspricht der Maschendrahtzaun ein ähnlich feines Ergebnis zu erzielen und ich war sehr gespannt. Das Drahtgitter hat es übrigens erst am gestrigen Freitag zu uns geschafft – knapp aber rechtzeitig für die heutige Arbeit.

Mit 6mm Maschenweite etwas grober als Putzgewebe

Lehmpulver-Produktion

Schnell war 120cm Drahtgitter von der 5m Rolle abgetrennt und flüchtig auf das Wurfsieb gebunden. Die Lehmklumpen wurden aus dem Lehmzimmer geholt und je nach Größe entweder sogleich auf das Wurfsieb geschleudert oder mit der Rüttelplatte zuerst zerkleinert. Sind wirklich große Klumpen dabei, werden sie sogar mit einem Vorschlaghammer vorher zertrümmert.

Gerüttelter Lehm wird bald gesiebt

Das Lehmsieb ist aufgestellt

Der gerüttelte Lehm wird gegen das Sieb geworfen

Hinten fällt der feine Lehm durch das Sieb

Am Ende steht das Produkt und das ist in unserem Fall Lehmpulver mit einer Korngröße von nicht viel mehr als 6×6mm.
Natürlich können auch Lehmklumpen mit einer theoretischen Länge von:
√(6mm2 + 6mm2) ≈ 8,48mm durchschlüpfen aber lassen wir das mal ;-) .

Das Lehmpulver im Bigbag

Lehm- und Sandrest

So gegen 19h00 hatten Harry und ich dann den anstrengenden Tag hinter uns und die gute Gewissheit noch drei halb volle Bigbags mit Lehmputz produziert zu haben. Wir füllten die Beutel nur zur Hälfte, weil wir sie noch in die kleine Scheune transportieren wollten. Dadurch sind sie näher am Haus und automatisch vor Regen und Schnee geschützt. Volle Beutel mit Lehm sind aber nicht einfach zu transportieren. und vor allem nicht die Steigung an der Scheune hochzuziehen – Hubwagen hin oder her :-) .

Abends um 19h00 nähern wir uns dem Ende

Da stehen die beiden jetzt hinter dem eingemotteten Audi und warten auf Ihre Verarbeitung. Glücklicherweise war das Lehmpulver so trocken, dass der Lehmputz insgesamt nicht feucht ausfiel. Ich bin guter Dinge, dass der Frost uns keine Probeme bereiten wird, die nicht mit einer Spitzhacke zu beseitigen wären (wie jedes Problem auf der Baustelle).

Es wurden insgesamt drei halbe Bigbags Lehmputz eingelagert

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