02

Nov

2013

Lehmpulver aus eigener Herstellung


02.11.2013, 12°C


In den vergangenen Wochen wurde die eine oder andere Kleinigkeit im oder ums Haus gemacht, Bestellungen aufgegeben, Ware entgegengenommen und vielleicht auch mal das eine oder andere Bein hochgelegt – sowie ein Kindergeburtstag gefeiert. Heute, da das Wetter deutlich schlechter ist – und das selbstverständlich zum Wochenende – trieb es Harry und mich wieder auf den Hof um Lehmputz herzustellen.

Auf den Hof konnten wir aber nicht, sondern mussten uns mit 3m2 glatter, überdachter und somit trockener Fläche zufrieden geben um die Lehmklumpen aus dem Lehmzimmer zu zerstampfen und zu sieben.

Lehmgewinnung im Nieselregen

Die gröbsten und größten Lehmklumpen wurden mit dem "Hermann" dank der Erdanziehungskraft vorbearbeitet um dann anschließend von der namenlosen Rüttelplatte ordentlich zerkleinert zu werden.

Harry stampft die gröbsten Lehmbrocken klein

Was dann auf dem Asphalt lag wurde durch das Wurfsieb mit Verfeinerungsgewebe (hier schlichtes Putzgewebe) geworfen um ein für unsere Verhältnisse feines Lehmpulver zu produzieren.

Putzgaze als feineres Sieb

Dankenswerterweise ließ der Nieselregen irgendwann nach, sodass Harry und ich zumindest das Vermengen von Lehmpulver und Putzsand im trockenen erledigen konnten. Auf dem unteren Foto steht Harry neben dem Bigbag mit Putzsand, hinter dem Betonmischer (Freifallmischer) steht ein Bigbag mit dem gemischten Lehmputz und vor dem Betonmischer wartet der Beutel mit dem feinen Lehmpulver.

Harry wartet geduldig auf den Fotografen

Die Lehmproduktionsstufen

Das Lehmgold, welches wir aus dem groben Abrissmaterial des Hauses geschürft haben ist wirklich hart gewonnenes Material. Es dauert deutlich sehr viel länger einen Bigbag von diesem fein gesiebten Material herzustellen, als das grobe Zeug welches wir bislang mittels Wurfsieb förderten.

Sehr feines Lehmpulver aus der Siebung gewonnen

Als Nebenprodukt fällt recht grober Lehm ab, der aber problemlos eingesumpft und weiterverarbeitet werden kann. Es ist ein Rohstoff und dazu ein sehr vielseitiger. Wir haben mittlerweile ein bis zwei prall gefüllte Bigbags mit diesem groben Lehm auf dem Hof stehen und gedenken den noch irgendwie zu verwenden.

Grobe Lehmklümpchen als Restprodukt der Siebung

Die fertige Lehmputzmischung

Mit einem Gemisch aus feinem Innenputzsand (oberes Foto) und dem Lehmpulver wird dann im Mischungsverhältnis 1:1 der Lehmputz erstellt.
Wie wir auf diese Mischung gekommen sind? Mittlerweile durchs Fühlen und Riechen – das soll kein Scherz sein ;-) .

Der fertige Lehmputz hat eine gute Konsistenz, rieselt ordentlich und riecht kräftig nach Lehm. Wir freuen uns schon auf die Verwendung unseres Hausgemachten Lehmputzes!

Der Lehmputz rieselt gut

  1. Kommentare
    1. mama · 18.01.2014 · 10:15

      Total beeindruckend, was Ihr da leistet. Ich kann Harry nur zustimmen re Weiterfuehrung des Blogs. Nun koennen Interessenten wieder verfolgen, was da alles gebaut wird :-)

    2. Harry · 04.01.2014 · 18:22

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