02

Jul

2013

Das Dachrinnen-Projekt ist abgeschlossen


02.07.2013, 25°C


Begonnen hatte das Ganze bereits im letzten Jahr, als es darum ging die Wassermassen von unseren Dachflächen nicht mehr durch die alte Regenwasser-Kanalisation über das Grundstück des Nachbarn fliessen zu lassen. Hier bestand Gewohnheitsrecht, doch durch eine unglückliche Verkettung von Baumaßnahmen (nicht unsererseits) wurde das Thema plötzlich brand aktuell. Es kamen zwei magische Worte "Wasserschaden" und "Versicherung" ins Spiel.

Als dann in diesem Jahr eine weitere unglückliche "Baumaßnahme" dafür sorgte, dass unser Regenwasser (und dessen nicht wenig) das untere Ende der Bergstraße überspülte erhöhte sich die Dringlichkeit noch einmal und ich nahm das als Anlass mich so schnell wie möglich um das Regenwasser zu kümmern.

Doch zuerst sollte etwas für uns dabei herumkommen…

Die alte Regenwasserentsorgung beseitigen

An der Rückseite des Hausdachs (also der ersten Scheune) war mittig ein Fallrohr angebracht, welches in lose zusammengesteckte "ACO Self"-Entwässerungsrinnen führte und von dort in einen wenige Meter entfernten Sickerschacht (direkt am Haus). Dieser Schacht war ein Witz im Vergleich zu den Regenmengen die von den Dächern strömen, sodass die gesamte "Regenwasserführung" bereits auf dem Weg ihre Ladung verlor und schön die Hauswand wässerte.

Es passierte was passieren musste und das Fachwerk auf der Rückseite des Hauses wurde im Laufe der Jahre morsch und musste durch eine Mauer ersetzt werden. Weil jetzt unten Mauersteine zu sehen waren, musste das Obergeschoss optisch angepasst werden: Es folgte eine Holzlattung auf die Gummiplatten in "Steinoptik" genagelt wurden. Ein klassisches Bild quer durch die alte Häuserlandschaft Deutschlands. Doch das ist ein altes Thema, denn wir haben die verlorene Fachwerkwand ja wieder aufstellen lassen :-) .

Das Dach an der Rückseite des Hauses

Seit einiger Zeit haben wir dieses Fallrohr in einen 90L Baukübel umgeleitet und von dort mittels einer Schmutzwasserpumpe in den ehemaligen Gartenteich geleitet, der noch wesentlich größere Wassermengen problemlos aufnehmen kann.

Hier wurde ich als erstes tätig und leitete das Wasser entlang der Scheune (mittels Dachrinne an einem seitlichen Scheunendach) zum neu aufgestellten Regenwasserspeicher. Beim Verschließen des ehemaligen Rohrstutzen habe ich gelernt, dass es keine gute Idee ist ein Stück einer alten Dachrinne zu ersetzen, da bereits diverse Spannungen auf das alte Blech wirken. Auf dem unteren Foto ist deutlich der durch mich verursachte Wellengang zu erkennen. Glücklicherweise fliesst das Regenwasser noch immer gut ab.

Dachrinne und Fallrohr an der Rückseite des Hauses

Beim Anbringen des langen Fallrohrs leistete ich mir einen weiteren Fehler, indem ich versuchte das Fallrohr mittels Augenmaß an mehr als zwei Schellen zu befestigen. Aus einem mir jetzt unerklärlichen Grund war ich der Meinung, dass genug "Spielraum" vorhanden sein würde. Das kann man gleich vergessen und zum Verfahren mit der Maurerschnur greifen: damit gelang es mir dann ohne Schwierigkeiten.

Das lange Fallrohr von der Hausrückseite zum Regenwasserspeicher

(Fast) Alle Dächer führen in den Regenwasserspeicher

Das Ziel sollte sein, dass alle Dachseiten in den 8000 Liter umfassenden Regenwasserspeicher führen, was zum jetzigen Zeitpunkt leider nicht möglich ist – allerdings fehlt nicht viel, denn nur ¾ der vorderen Hausdachseite werden aktuell noch in die Regenwasserkanalisation geleitet.

Drei grosse Dachflächen führen in den Regenwasserspeicher

Das vorderste (linke) Fallrohr kommt von der Hausrückseite, das Zweite von der Scheunenrückseite, sowie teilweise von der Hausvorderseite (Scheune und Haupthaus haben eine kurze, gemeinsame Dachrinne) und das von rechts kommende Fallrohr wird mittels des "Mosesrohrs" auf zwei Container aufgeteilt.

Der Regenwasserspeicher mit allen Fallrohren

Das Moses-Rohr ist ansich sehr gut gelungen, denn erste Tests haben gezeigt, dass beide IBC (Container) mit Regenwasser gefüllt werden. Leider habe ich bei der Konstruktion des Rohrs überhaupt nicht an die nötige Neigung der Endrohre (welche in die Container führen) gedacht. Somit bekommt der erste IBC jetzt doch deutlich mehr (65%) ab, als sein Mitspieler. Das könnte mit zwei weiteren Rohrbögen, sowie etwas Lötarbeit korrigiert werden, doch momentan sind diese beiden Container sowieso unterfordert, da sie nur eine Dachseite bedienen müssen. Die Korrektur hat also noch Zeit.

Die vordere Dachflächen werden in zwei Container aufgeteilt

Das Mosesrohr übernimmt die Wasserteilung

Das lange Fallrohr vom Mosesrohr führt durch Fangorn

Da mein Baustoffhändler lediglich Rohrschellen mit Dorn – also zum in die Wand schlagen – hatte, musste ich die Schellen im Versandhandel bestellen. Passende Stockschrauben in 200mm und 300mm Länge besitzen wir ja bereits seit letztem Jahr und ich hatte nicht vor Metall in mein Fachwerk zu schlagen – da bin ich eigen ^^.

Alle Fallrohre wurden mit Stockschrauben im Fachwerk befestigt

Der lange Marsch durch Fangorn

Wie ich bereits berichtete, war der Weg durch Fangorn leider mit einigen Verlusten an der Efeu-Front verbunden. Eine Tatsache die uns nicht gefallen hat aber eindeutig notwendig war. Wir lassen den Efeu jetzt auch wieder Walten.

Das Fallrohr durch Fangorn

Auf dem nächsten Foto sind bereits erste braune Äste im Efeu zu erkennen – ich vermute von dem notwendigen Gemetzel um das Fallrohr aus dem Wald zu extrahieren, instandzusetzen und gedreht wieder einzusetzen :-( .

Das Efeu Gemetzel fordert erste Opfer

Das lange Fallrohr kommt nun von der vorderen Seite der großen Scheune. Vorher kam es von der hinteren Dachfläche und führte nach vorne wo es in die ehemalige Regenwasserkanalisation auf dem Grundstück des Nachbarn führte.

Das Fallrohr vom vorderen Scheunendach führt durch Fangorn zum Regenwasserspeicher

Das vordere Scheunendach

Die dritte und letzte an den Regenwasserspeicher angeschlossene Dachfläche ist das vordere Scheunendach. Mit eine Länge von ca. 19m bis 20m haben die Dachrinnen ordentlich was zu transportieren, weshalb auch hier mit 150er Dachrinnen und 100er Fallrohren gearbeitet wurde.

Der Anschluss von der vorderen Scheunendachseite in Richtung Fangorn und dem Regenwasserspeicher

Die lange rote Dachseite fliesst jetzt in den Regenwasserspeicher

An der Seite welche zum Hof zeigt wurde der ehemalige Abfluss in die mickrige Dachrinne des später errichteten Anbaus verlötet und abgetrennt.

Der ehemalige Dachrinnenabfluss wurde zugelötet

Was jetzt noch fehlte war die Entwässerung des Vordachs, sowie der vorderen Dachseite des Haupthauses. Da es mir in erster Linie darum ging das Niederschlagwasser vom Nachbargrundstück abzukoppeln, entschied ich mich hier vorerst für die "Quick&Dirty" Lösung. Das obere Rohr ist tatsächlich ein Anschlussbogen für eine Toilettenschüssel :-D .

Diese abenteürliche Sammlung an KG HT und sonstigen Rohren führt in den Regenwasserkanal

Am unteren Ende der Dachentwässerung wurde ein großes Loch geschnitten, damit das Regenwasser auch problemlos in den Regenschacht abfliessen kann.

Am Ende des Rohrs ist eine Oeffnung die in das Regenwasserbecken führt

Das Handwerk – echte Nicht-Profis

Die folgenden Fotos zeigen die Dachrinne an der Vorderseite des Hauses. Sie ist schief, was nicht weiter problematisch wäre, wenn sie nicht so schief wäre, dass das Regenwasser nicht abfliessen kann.

Die Dachrinne vom Haupthaus ist schief angebracht

Vielleicht ist auf dem nächsten Foto zu erkennen, wie viel höher die linke Seite im Gegensatz zur Rechten hängt aber eins steht fest: Der Abfluss kann die Vorderseite der Dachrinne nicht entwässern…

Die linke Dachrinne ist höher als die Rechte

…da dieser nämlich viel höher ist als der Rest der Dachrinne. Das Ergebnis ist, dass wir Niagara-ähnliche Wasserfälle vor dem Wohnzimmerfenster genießen dürfen wenn es regnet. Sehr romatisch.

Der Abfluss ist zu hoch das Regenwasser staut sich und läuft über

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