21

Jun

2013

Weitere Lötarbeiten an Rohr und Rinne


21.06.2013, 22°C


Das Löten unter "Laborbedingungen" (also nicht in Zwangslage am Dach) fallen mir zunehmends leichter. Die Lötstellen sehen sauberer aus und ich bekomme das Zinne dazu ungefähr in die gewünschte Richtung zu fließen.

Die Lötverbindung unter Laborbedingungen werden besser

Sobald es aber enger wird oder ich entgegen die Erdanziehungskraft arbeiten muss werden die Lötstellen nicht mehr so schön. Beim Betrachten der vorhandenen Lötverbindungen am Haus wurde mir schnell klar, dass die Dachdecker wirklich nur das nötigste löten. Da wurden die Fallrohre nur gesteckt und an einer oder vielleicht an zwei Stellen mit Lötzinn verbunden oder "gepunktet" – ähnlich dem Fixieren beim Schweißen.
Irgendwie gefällt mir das aber nicht… weshalb ich rundherum löte.

Ein Fallrohr Bogen mit Verlängerung

Dachrinnen

Bislang hatte ich nur Fallrohre und Bögen gelötet und das Vorgehen ist relativ simpel. Bei Dachrinnen gab es etwas mehr zu beachten. So haben Dachrinnen zwei Seiten und zwei Enden. Die gerollte Seite der Dachrinne zeigt weg vom Dach, die geknickte Seite wird unter der letzten Reihe Dachziegel "versteckt". Beide Seiten werden jedoch in regelmäßigen Abständen von Blechlaschen an den Dachrinnenhaltern "umarmt" und somit fixiert.

Eine Dachrinne auf dem Kopf

An jedem Ende der Dachrinne muss selbstverständlich irgendein Abschluss stattfinden. Dazu gibt es diese Abschlussbleche in zwei Varianten: eins für das linke Ende und eins für das rechte Ende. Die werden dann einfach aufgesteckt und verlötet. An meinem Dach wurden sie von außen gelötet, also habe ich das auch so gemacht, weil es deutlich einfach war ^^ .

Das Endstück der Dachrinne

Eine Dachrinne mit Endstück ungelötet

Beim Löten hilft das Lötwasser sehr oder besser gesagt macht das effektive Löten überhaupt erst möglich, weil selbst neue, glänzende Zinkbleche nicht einfach das Lötzinn annehmen. Verwöhnte Elektroniker kennen das Problem nicht, weil die ihr Flussmittel im Lot bereits verstecken.

Allerdings ist dieses Mittel nicht harmlos, weshalb ich stets nur kleine Mengen davon mit mir herumtrage. Eine kleine Plastikschüssel mit Deckel wie vom Fleischsalat oder einem Grillsalat entpuppte sich für mich als ideale Lösung. Auftragen tue ich das ganze mit einem kleinen Borstenpinsel (ca. 5-7mm) in geringen Mengen. Dank des Pinsels braucht man auch nur wenige Tropfen mit sich herumtragen und verringert die Gefahr eines Unfalls mit der Säure.

Zinkchlorid Salzsäure oder Lötwasser stinkt

Dachrinnen können ineinandergeschoben und dann verlötet werden. In einem Internetvideo sah ich, dass die vordere, gerollte Seite etwas aufgerollt wurde und dann die beiden Enden ca. 5cm überlappend zusammengeschoben wurden. Das war bei diesen Dachrinnen nicht wirklich nötig, denn die konnten mit etwas Fingerspitzengefühl so zusammengeschoben werden.

Zwei ineinander geschobene Dachrinnen

Die Dachrinnen überlappen ungefähr fünf Zentimeter

Neue Erkenntnis!Während man Fallrohre problemlos am Boden löten kann ist diese Vorgehensweise bei Dachrinnen nicht so schlau, weil sie nicht rundherum Halt haben und einen nahezu gleichbleibenden Abstand halten können. Dachrinnen sollten in den Dachrinnenhaltern liegen, bevor sie gelötet werden.

Macht man das nicht, bekommt man eine 6m lange Dachrinne die so aussieht als ob sie gerade ist, beim Betrachten von der Seite jedoch schnell merkt, dass man Mist gebaut hat; siehe Foto ;-) .

Vollkommen schiefzusammengelötete Dachrinne

Regnet es mal nicht, so zaubert die Sonne bei uns abends eine tolle Lichtshow an den Himmel. Ein Foto kann das nicht wirklich einfangen. Allerdings ist rechts auf dem Bild das eine, kleine, süße Fallrohr zu sehen, welches das Regenwasser von den vorderen Dachhälften ableitet. Dieses Fallrohr gehört ja seit einigen Jahren nicht mehr zu unserem Hof, also müssen wir zusehen, dass unser Regenwasser woanders hinkommt.
Das ist es woran ich gerade arbeite.

Sonnenuntergang hinter den Sieben Bergen und weit und breit kein Zwerg in Sicht

  1. Kommentare
    1. Ole Der Bauherr :-) · 31.08.2014 · 20:22

      Hallo Mathias, den Einwand finde ich gut, danke für den Hinweis. Grüße!

    2. Mathias · 29.08.2014 · 10:51

      Moin, Moin ...interessante Geschichte hier und schön gemacht. Aber eine Anmerkung habe ich dann doch. Ein Grund für das punktuelle Löten ist sicherlich auch die Tatsache, dass man diese Stellen schnell und einfach wieder öffnen kann. Sei es um Schäden auszubessern, oder andere notwendige Arbeiten an Rinne oder Fallrohr, oder eben auch dahinter auszuführen. Gruß Mathias

    3. mama · 11.07.2013 · 14:21

      Sehr stimmungsvoller Schuss, super!!

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