14

Mrz

2010

Demolition Man meets Jump 'n Run


14.03.2010, 5°C, stürmisch und nieselig


Die für heute gesetzte Aufgabe war das Entfernen der Decke zwischen einem Kinderzimmer und dem EG. Die Strohlehmdecke, sowie Holzbalken des Fachwerks sahen von unten nicht sonderlich einladend aus. Da einer der vielen Vormieter, in Form einer Volksbank, hier einmal ordentlich mit Gipskarton und Putzen diversester Art herumgepfuscht hat, sowie für die Decke wichtige Balken durch zu wenige Stahlträger ersetzt hat, wussten wir, dass diese Decke überarbeitet werden muss.

Wie an vielen Stellen im Haus, wurde auch hier das Allheilmittel Spanplatte in der Ausführung "Extradünn und billig" auf die vorhandenen Holzdielen geschraubt. Schade um den Boden, denn diese Dielen machten noch einen sehr robusten Eindruck.

Zuerst mussten die beklebten Spanplatten heruntergehebelt werden

Mit einem ordentlichen Hebel (z.B. meinem Lieblingswerkzeug der Spitzhacke) waren die Platten aber im Nu entfernt.

Das Allheilmittel Spanplatte welches vom Holzboden gebrochen werden musste

Das heraushebeln der Bodendielen stellte schon eine etwas größere Herausforderung dar. Denn, obwohl diese offensichtlich recht alt waren, hatten sie nichts an Stabilität eingebußt. Wirklich schade…

Anschliessend konnten die Bodendielen von den Lagerhölzern abgehebelt werden

…das sie nun als Brennholz im Ofen enden werden.

Die Bodendielen

Nachdem ich anschließend alle Nägel aus den Deckenbalken entfernt hatte (den Fehler, dass Entnageln zu vergessen mache ich nicht noch einmal), wurde es Zeit die Strohlehmdecke herauszuhebeln. Ich begann mit einem kleinen Rechteck.

Der Durchbruch zum EG

Und arbeitete mich vor. Ich kam mir vor wie in einem Jump 'n Run Computerspiel der 80er/90er Ära, denn die verbleibende Lehmdecke schrumpfte immer weiter ein und ich musste mir früh Gedanken machen wo ich am Ende stehen wollte.

Das herausheben der Strohlehmdecke ging recht zügig

Die letzte verbleibende Plattform

Letzten Endes war auch diese Arbeit getan und die Balken lagen frei. Jetzt war auch ein genauer Blick auf die Verbindungskonstruktion zwischen den Holzbalken der hinteren und vorderen Haushälfte möglich.

Blick ins EG nach hinten

Blick ins EG nach vorne mit doppelten T Trägern

Insbesondere haben mich die 30cm Unterzug interessiert, die durch zwei doppel-T-Träger ersetzt wurde.

Von dem Unterzug ist nicht viel übrig

Die mini Bauaufsicht war auch da

Würden wir die Stahlträger entfernen, so würde die Grundlage für sämtliche Fussböden auf dieser Haushäfte fehlen. Das entspricht nicht wirklich dem Konzept der mehrfachen Redundanz eines Fachwerkes. Typischer Baupfusch, ausgelöst durch unwissende Bauherren, die den "wundersamen" Versprechungen moderner Baustoffe unterlagen.

Freier Blick ins OG nach hinten

Freier Blick ins OG nach vorne

So sah dann der Boden nach der Arbeit der ersten Tageshälfte aus. Eigentlich hatte es mich nur ca. 3 Stunden gekostet die Decke komplett zu entfernen. Schade, dass die Kreissäge momentan ausser Betrieb ist. Vielleicht haben wir Glück und das Sägeblatt kommt bald.

Die Strohlehmdecke in Stücken am Boden

Nach einer langen Mittagspause mit anschließendem Nickerchen, war ich genug mit Energie vollgetankt um weiter zu machen. Ich habe mich also damit beschäftigt, die Holzbretter von dem gewickelten Strohlehm zu befreien und die Lehmklumpen, die wir nochmal einsumpfen und als Baustoff verwenden können, auszusortieren.

Fester Lehm zur Aufbewahrung

Bestandteile einer Strohlehmdecke

Die Hölzer habe ich dann auch noch abtransportiert, so dass letztendlich nur noch ein großer Haufen Strohlehm und Lehmklumpen übrig blieben. Was mache ich denn jetzt als nächstes? Achso... klar... erstmal Lehm im Garten verteilen und hier mal endlich das richtige Niveau reinbringen.

Strohlehm von den Deckenhölzern

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